Meine Volksmeinung zum geforderten Tempolimit

Tempolimit auf deutschen Straßen? Ganz sicher kein neues Thema, aber andersrum betrachtet ein guter Marker: Wenn „Tempolimit“ in den Medien erwähnt wird, ist bestimmt gerade ein Wahljahr. Und: Ich bin gegen diese pauschale Limitierung.

Es sind nicht nur die Grünen, die diese Geschwindigkeitsbegrenzung fordern. Die SPD hat das auch in ihrem Wahlprogramm. CDU und FDP sind dagegen. Alle mit unterschiedlichen Begründungen. Und alle labern nur dumm rum.
Das neue Zauberwort heisst „CO2“. Damit kann man offenbar alles erklären und vieles verbieten (wenn es einem in den Kram passt). Aber warum müssen die nicht ganz so wohlhabenden deutschen automobilisierten Bürger dafür büssen?
Ich kenne persönlich mehrere Menschen, die sich folgendermassen verhalten, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind: Sie geben richtig Gas, volle Pulle, um möglichst schnell am Ziel zu sein. Vorausschauendes Fahren? Einreihen und geduldig warten? Pustekuchen. Und denen ist es auch nicht so wichtig, welche „Empfehlung“ ein 80er-Schild vor einer Baustelle nennt. Oder wo der Sprit vielleicht günstiger wäre (da soll es ja eine App für geben… har har, was ein Hohn). Spritverbrauch reduzieren? Pah, Bremen – Nürnberg in gut vier Stunden, da kann man sich auf die Schulter klopfen. Volltanken und weiter.
Und dann gibt es noch die Menschen, die nicht das neuste und nicht das zweitneuste Auto haben, weil sie weder 10.000 Euro aufn Schlag ausgeben können noch 129,- pro Monat. Und ja, die „müssen“ auch nicht Auto fahren. Aber die müssen zur Arbeit. Und das ist ja ein Punkt, den sich die Parteien seltsamerweise nie in ihr Wahlprogramm schreiben: Die meisten Menschen arbeiten nicht dort, wo sie wohnen. Und im Gegenteil: Viele Konzerte (Telekom, aus eigener Erfahrung) schliessen sogar Standorte, statt sie mehr zu verteilen. Aber ich schweife ab.

Der Fähr-Katamaran von Emden nach Borkum fährt zwei mal am Tag. Und verbraucht ca. 800 Liter. Rechnen wir mal: 800 Liter mal vier Fahrten am Tag mal 365 Tage macht: 1,168 Millionen Liter pro Jahr. Zweite Rechnung: Ein Autofahrer fährt 25.000 Kilometer im Jahr. Er fährt gern schnell, Scheiss auf Verbrauch, haut 12 Liter durch. Das macht im Jahr 3000 Liter. Mit dem, was die Fähre durchzieht, könnte er 389 Jahre(!) so weiter fahren. Und ein durchschnittlicher Fahrer mit 12.000 km und einem Verbrauch von 6 l bräuchte 1622 Jahre.
Oder: Anderthalb tausend Pendler könnten mit dem Sprit dieser einen Fähre ihren Jahresbedarf decken und die Umwelt wäre keinen Pups höher belastet.
Und nun sollen diese Pendler langsamer fahren, weil dadurch bis zum Jahr 2034 irgendwie 100 Mio Tonnen CO2 „eingespart“ werden können? Warum nicht einfach mal eine Fähre streichen? Oder besser mehrere, man kann auch mal plus machen bei dem CO2-Gehampel. Wisst ihr, wie viele Fähren es so gibt? Oder macht euch mal kundig, was die Kreuzfahrtschiffe an Brennstoff durchballern. Mehr als alle Autofahrer in Europa zusammen!
Ich selbst fahre schon lange nicht mehr schnell auf unseren Straßen. Mich würde das Tempolimit also gar nicht stören. Was mich aber stört ist dieses beschissene Giesskannenprinzip: „Wenn wir alle… dann…“. Und was soll dann auch noch die Forderung von Tempo 30 innerorts? Sieht schon jemand, wie VW & Co. ihre Flottenpalette ummodellieren, weil „Langsam ist das neue geil“? Leute, was glaubt ihr, warum sich SUVs so gut verkaufen? Und Autokäufer sind nicht nur Bürger, sie sind auch Wähler.

Um das alles anders zu begründen: Wer gut bei der Bundestagswahl abschneiden will, darf nicht für ein pauschales Tempolimit sein. Der Deutsche Wähler lässt sich nur begrenzt was wegnehmen und nach zwei Jahren Corona muss da nun nicht gerade ein Weltretter um die Ecke kommen und das Autofahren mies machen.
Das Brüller-Argument, welches ich heute las: „Durch das generelle Tempolimit werde die Zahl der gefährlichen Überholmanöver deutlich verringert“ Ich schmeiss mich weg… oder was der DUH-Geschäftsführer Resch sagte: Damit sich mehr Autofahrer an die Begrenzung halten, könne man ja mit Kameras überwachen. Das sei datentechnisch „kein Problem“. Also umgekehrt: Wenn das Limit kommt, dann kommt auch die Überwachung? Jupp, das wollen wir natürlich alle.

Jetzt beweise ich, dass es noch weitere unsinnige Vorgaben gibt, in dem ich diesen Beitrag mit unter 700 Wörtern beende, obwohl er extrem gut ist. Aber SEO ist hier ja gar kein Thema 🙂

CO2-freie Grüße
Holger

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