Gesundheit, liebes Amt!

Ich kann es verstehen, dass es für die meisten Menschen schwer verständlich ist:
Wenn man die „Corona-Zahlen“ mal nüchtern betrachtet, betreffen diese nur einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung, Bruchteile von Prozenten. Das bedeutet leider: Die meisten Kontakt-Regeln greifen ins Leere, weil zwei, die sich gegenüber stehen, wahrscheinlich nicht infiziert sind. Das Problem ist: Man weiss nicht, wer infiziert ist und wer nicht, deswegen gibt es diese Maßnahmen mit dieser immens großen Streuung mit viel wirtschaftlichem Schaden und ungewissem medizinischen Nutzen. Oder woher kommen die steigenden Zahlen?
Zum Glück machen ja die meisten Menschen mit, schützen sich und andere, tragen Mundschutz, halten Abstand. Aber wie gesagt: Trotz steigender Zahlen ist die Wahrscheinlichkeit gering, auf Corona zu treffen. Es kann aber passieren. Viel schlimmer sind die Menschen, die glauben, für sie gelte das alles nicht und brauchen keinen Mundschutz und gefährden mitunter teilweise sogar wissentlich(!) andere durch ihr „Anti-AHA“-Verhalten.

Dann gibt es noch die Liste der bekannten Fälle von Infizierten. Wie man immer wieder erfährt, sind die Gesundheitsämter stark damit ausgelastet, Kontaktdaten zu erfassen und Personen zu erreichen, die evtl. auch infiziert sind. Genau diese Leute sind der relevante Personenkreis, denn hier ist die Wahrscheinlichkeit ja wesentlich höher, dass sie das Virus weiter verbreiten können.
Und was macht so ein Gesundheitsamt, um die Verbreitung einzudämmen? Nun, ich weiß von zwei Fällen:

  1. Es wurde einen Tag lang versucht, eine bestimmte Person telefonisch zu erreichen. Ging nicht, weils es einen Schreibfehler bei der Telefonnummer gab. Was tat das Amt stattdessen? Es wurde ein Brief geschrieben, der ca. zwei Tage unterwegs war.
  2. Die Freundin meines Sohnes hatte Kontakt mit einer Person, die Corona-Infiziert ist. Also wurde sie angerufen und soll 14 Tage zu hause in Quarantäne bleiben. Mein Sohn wohnt mit ihr im gleichen Haushalt, aber für ihn gilt die Quarantane nicht. Er darf raus, arbeiten (es wurde nicht gefragt, was er beruflich macht) und Leute treffen.

Da hat man also genau die wenigen Prozent an mit größerer Wahrscheinlichkeit Infizierten (als der Rest der Bevölkerung) und genau diese lässt man einfach so unters Volk?
Wäre es nicht wesentlich zielführender für die Corona-Eindämmung, wenn konsequent jede bekannte Kontaktperson zumindest für einige Tage unter Quarantäne kommt? Stattdessen gibt es eine Regelflut, die einen riesigen Teil der Bevölkerung und der Wirtschaft enorm einschränkt… mit Erfolg?

Holger Eckert

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