Halbweise – der Podcast

Themen gibt es wie Sand am Meer – wir picken uns jede Woche welche heraus. Am Ende der Reise wissen wir, wer wir wirklich sind: aufgeschlossene, moderne Freigeister, ewig Junggebliebene oder doch nur grantige alte Männer? Oder vielleicht irgendwas dazwischen? Auf jeden Fall immer: Halbweise!

Schlagwort: menschen

  • Also was braucht es dann?

    Montag, der 17.10.2022
    Schon beim Lesen des letzten Beitrages von Alex kribbelte es mir in den Fingern. Dazu werde ich auf jeden Fall einen weiteren Beitrag schreiben! Leider bin ich momentan zeitlich sehr eingebunden, vor dem nächsten Wochenende wird das nichts (Ich will es ja auch vernünftig machen). Wenn es so weit ist, werde ich diesen Beitrag hier aktualisieren.

    Aber vielleicht schreibt Daniel vorher schon was dazu?

    Sonntag, der 23.10.2022
    Daniel hat sich bisher zurückgehalten, okay. Und ich, ich habe alles mal sacken lassen, während ich mich die Woche über mit anderen (kein Komma!) wichtigen Dingen beschäftigte. Und es sackte. Gerade las ich noch einmal Alex‘ Beitrag. Einer der Haken an seiner Argumentation: Wir alle sind Bürger, egal in welcher Position. Der schwarze Peter wird immer nur weiter gegeben, mit der Aussage „Ich kann ja nix machen“. Manchmal kommt es mir so vor:
    Politiker machen Gesetze, damit sich was ändert. Das Volk sagt: Gesetze reichen nicht, ihr müsst handeln. Die Politik sagt, alle dürfen gerne handeln, für eine bessere Zukunft. Und das Volk so: Ich muss aber auch zur Arbeit kommen und warm soll es auch sein und meine tägliche Kiwi brauche ich genau wie meinen Coffe-to-go und Internet und ich allein komme da eh nicht weiter, was ist denn mit den und denen, die haben viel Geld und die Politiker so: Wir machen Gesetze, damit sich was ändert.

    Deswegen beende ich hier meine Ausführungen und wünsche mir von ganzem Herzen, dass Alex trotz seiner ziemlich naiven Vorstellungen („die Schritte“) seine Forderungen durchsetzen kann. Wenns hilft: Ich wäre dabei. Und ich würde auch die Folgen* ertragen.

    ***

    Hier unten zeige ich meine Notizen, welche ich machte, während ich den Beitrag von Alex das erste Mal las. Bitte beachtet beim Lesen, dass das nur ungefilterte Sätze für meine eigene Erinnerung sein sollten, wenn ich denn auf den Beitrag antworte und einen „richtigen“ Text ausarbeite. Ich habe sie heute weitestgehend nicht verwendet. Diese Notizen sind eigentlich nicht dafür gedacht, dass die Öffentlichkeit sie wahrnimmt. Heute mache ich mal eine Ausnahme:

    Ziemlich hart, für eine philosophische Herleitung Belege zu verlangen… immerhin ist meine Annahme bestätigt, das ich das Fazit der Überlegungen nicht noch gesondert verkünden muss; es ergibt sich.

    Warum darf man nie die frühere Bedeutung der Griechen und Römer vergessen?

    Also was braucht es dann?
    Geld muss aus der fokussierten Wahrnehmung verschwinden, oberstes Thema sollte stets der aktuelle Gesundheitsstand der Erde sein, um das sich alles dreht.

    Wo ist der Plan? Wo ist die Idee?

    Finanzmärkte kann man nicht einfach abschaffen, sie sind ein Teil vom Ganzen. Wer Soll- oder gar Vollkaufmann ist oder war und gelernt hat, mit Geldern, Gewinnen, Gläubigern, Schecks und Schulden zu hantieren, der kann gar nicht anders, als auch mit Geld zu handeln. Da werden auch mal Wechsel verkauft oder Anteile von irgendwas. Außerdem ist das Darlehen für das Eigenheim auch ein Teil des Finanzmarktes. Ohne Darlehen kann sich die Mittelschicht kein Haus mehr kaufen…
    Interessante Annahme ist ja, dass mehr Geld da sei, wenn es nicht am Finanzmarkt gehandelt würde. Wo ist hier der Beleg?

    Schritt 3 ist ja niedlich. Und die Kunden fahren dann den Öffnungszeiten hinterher? Und aber wo ein Lidl geschlossen hat, da hat dann ein Aldi auf und dann passt das wieder? Nee, dieser Schritt hat mit der Realität nix zu tun. Dann kann man besser gleich staatliche Verkaufshallen einführen, dann sind die Warenwege (bis dort hin) noch idealer.

    Schritt 5? Spätestens wenn ich mal reich bin, werde ich nicht einsehen, warum ich mein schönes Geld irgend einem geben soll, der faul rumsitzt und nur darauf wartet, Geld geschenkt zu bekommen.

    Was spricht denn jetzt auf einmal gegen Luxusgüter? Das ist doch der beste Weg, um jetzt schon den Reichen das Geld aus der Tasche zu ziehen, ohne regulierende Gesetze. Also: Kauft, kauft mehr!Besonders die Güter mit den Mondpreisen, denn das ganze Geld kriegt dann jemand, der seine Lieferanten bezahlt, seine Angestellten, seine Fixkosten, seinen Bäcker, seinen Poolboy…(usw)

    Ich zeige euch mal Pläne, Ideen und Visionen:
    Kein Konzern, keine Firma darf sich am Gewinn messen, sondern lediglich daran, was es für die Erde tut.

    Keine Autobahnen mehr!
    Kein Baum darf mehr gefällt werden!

    GELEBTE Nachhaltigkeit, nicht gelaberte!

    ***

    Aber insbesondere auf den letzten Abschnitt mit meinen Ideen werde ich irgendwann noch mal zurück kommen, das ist in meinem Kopf schon weiter ausgearbeitet und verargumentiert…

    …sagt Holger.

    *Komplexe Folgen, die sich ergeben, wenn seine Schritte wahrhaftig umgesetzt würden. Und: nein, es ist müßig, dieses auszuarbeiten.

  • Verbal retten

    Hier ist wieder Holger, der nun auf den Beitrag von Alex eingeht. Ich wollte erst nicht, aber wenn man erstmal ins Nachdenken und in Schwung kommt…
    Hinweis: Der folgende Beitrag sollte aufmerksam und vollständig gelesen werden, bitte keine voreiligen Schlüsse ziehen!

    Klar: Durch Schönrederei kann man sich alles hindrehen, wie es einem am besten passt. Und wenn man das noch mit „Glück“ betitelt, dann ist man sogar fein raus. Und man selbst kann natürlich nix dafür oder ändern, was man beklagt, das müssen dann schon andere machen.
    In die Politik? Da müsste man ja noch mehr Kompromisse eingehen, als man eh schon von anderen erwartet. Nein, das sollen auch mal besser andere machen. Man sagt denen dann, was „das Volk“ fordert und die gefälligst umsetzen sollen. Ach nee; das Volk weiß gar nicht, was es will, die sind ja alle dumm, faul und verwöhnt (stimmt vielleicht sogar zum größten Teil, ist aber ein anderes Thema). Also sollte man das ganze System ändern. Äh, Moment: Man muss dringend fordern, dass jemand das System ändert. Aber flott, „wir“ warten!

    Okay, Schluss mit der sarkastischen Überspitzung. Dennoch möchte ich die ein oder andere Aussage von Alex beleuchten: Wenn man „einer der wenigen“ ist, der eine gewisse Meinung vertritt, dann muss man vielleicht akzeptieren, dass es sich um eine Mindermeinung handelt, die nicht durch die Menge bestätigt wird. Ob gut oder schlecht, ehrenwert oder weltrettend, das spielt (leider) keine Rolle: Es zählt, was die Mehrheit will bzw. macht. Und vielleicht kann man sich selbst überprüfen: Liege ich richtig mit meiner Meinung, mit meiner Einstellung? Was will ich wirklich?
    Wenn man „die Leute“ fragt, dann wollen alle die Welt retten und was gegen den Klimawandel etc. tun. Aber man sollte sich hüten, die gleichen Leute zu fragen, was sie denn selbst TUN, um diese Ziele zu erreichen. Und wehe, das kostet Geld! Alex hebt sich da nicht von der Masse ab. Er will doch nur seinen Alltag (er)leben, ohne viel Aufwand zur Arbeit und zum Einkaufen kommen, dem Nachwuchs „was Gutes“ tun, Abends mit der ein oder anderen Serie entspannen und ansonsten bitte nicht zu viel Unbequemlichkeiten in den Weg gelegt kriegen. Änderungen sind doof.
    Hart? Vielleicht. Aber: So ist das eben. So ist der Mensch, besonders der Europäer.

    Wisst ihr, warum das so ist? Dazu schwenke ich mal etwas ab:
    Tja, der Europäer hat es, natürlich betrachtet, gar nicht so gut: Es ist hier oft so kalt, das man ohne Fell ziemlich schnell friert. Im Winter gar kann man in seiner Hütte schon gar nicht überleben. Es ist lange dunkel, es wachsen keine Früchte, Beeren und Gemüse, das Wild macht sich rar oder will einen selber fressen. Da muss man sich was einfallen lassen. So entstanden dann Dinge wie: Landwirtschaft, „Vernünftige“ Kleidung, festes Schuhwerk, Betten und Möbel, Feuerwaffen, Öfen, Straßen, Vorratskammern, Handel, Industrie, Autos und Atomkraftwerke.
    (Achtung: folgender Text soll keine Abwertung sein sondern eine Feststellung!) Der Afrikaner sah für all das nie eine Notwendigkeit. Es ist immer ausreichend warm, man bewegt sich besser nicht mehr als notwendig, um besser mit seiner körperlichen Energie zu haushalten und kann dann auch mit relativ wenig Nahrung zurecht kommen, die dann auch immer ausreichend vorhanden ist, wenn man sich bemüht. So lebt man sein Leben und muss nix ändern, improvisieren oder neu erfinden. Man kann ewig genau so weiterleben, ohne irgendwas zu ändern, im Einklang mit der Natur.
    Wenn da nicht der Europäer in seiner ebenso ewigen Ressourcen-Gier bis nach Afrika (und noch weiter!) käme und alles durcheinander brächte. Das Leben in der Kälte braucht halt Energie und weil E=mc hoch 2 ist, braucht der Europäer vielviel Energie für seine relativ geringe Masse. (Jetzt stehen da mit aussortierten T-Shirts bekleidete Afrikaner in unserem Wohlstandsmüll und suchen nach einer Steckdose, um ihr Smartphone zu laden. Welch ein Gewinn.)

    Sind wir noch beim Thema? Mehr denn je: Wegen all dem gibt es heute sowohl Plastikverpackungen als auch Menschen, die sich an Straßen kleben. Da kann keine politische Wahl was dran ändern. Und wenn ich so an vergangene Halbweise-Beiträge denke, dann ist das alles so wie so nichts neues. Das: Klick schrieb ich hier vor zwei Jahren…

    Achso: Über den Beitrag von Daniel lasse ich mich nicht weiter aus, der bekommt ein sanftes Kopfnicken von mir und den Tipp, ruhig mal zu polarisieren und vielleicht mal überdeutlich auf den Punkt zu kommen 😉

  • Nicht fragen: Machen!

    (Holgers Antwort Begegnung Einwand Reaktion auf Alex)

    Neulich war ich wieder mal in Bremen. Durch Bremen führt die Weser. Über die Weser führen Brücken. An allen Brücken gibt es Graffiti. Auf der ersten, der Seeseitigen, der Eisenbahnbrücke, steht ein sehr langer Text quer über die Weser geschrieben. So ziemlich am Anfang steht seit vielen Jahren, frei aus dem Gedächtnis zitiert:

    Alles hängt mit Allem zusammen. Wenn in China ein Sack Reis umfällt, dann geht mich das was an!

    Jedesmal, wenn ich dort vorbei gehe, dann denke ich mir: „Sag ich doch!“ und bin froh, dass es offenbar noch andere Menschen gibt, die ähnliche Gedanken haben wie ich. Und hier möchte ich schon Alex auf seine in seinem Beitrags-Titel implizierte Frage antworten: Sag deine Meinung! Such Gleichgesinnte! Aber auch: Überprüfe dich stets selbst: Sind deine Ziele integer*? Oder doch egoistisch?

    Mein Beitrag könnte hier zu Ende sein. Doch ich möchte auf Alex‘ alltägliche Erfahrungen und Eindrücke eingehen:

    • wie korrupt der Staat ist.

    Der Staat sind wir. Wenn es dir nicht passt, dann wähle dir neue Volksvertreter. Oder mache es selbst. Deswegen nennen wir uns Demokratie.

    • wie kaputt der Kapitalismus ist

    Der Kapitalismus ist nicht kaputt. Der Kapitalismus ist eine Wahrnehmung, aber eben eine leider sehr kurzsichtige, bequeme. Außerdem ist er Menschengemacht und deswegen nicht austauschbar. Wir müssen damit leben (und sterben). Wir sind kaputt.

    • wie stark alles mit allem verflochten ist.

    Ja, sag ich doch. Siehe oben. (und alle meine anderen Beiträge hier auf HW und sonst wo)

    • wie alles irgendwie hoffnungslos wird.

    Das zu lesen macht mich traurig und erstmal: Sprachlos.
    Aber das Leben geht weiter: Wenn eh alles hoffnungslos ist, dann kann man sich ja auch mal was trauen! Also los; pickt euch die Rosinen raus!

     

    *https://de.wikipedia.org/wiki/Integrit%C3%A4t_(Ethik)

  • Ist die Menschheit noch zu retten?

    Das Jahr 2020 ist bald vorbei. Viele sagen und hoffen das dann im neuen Jahr alles wieder ein wenig besser wird. Das ist natürlich eine Form von Aberglauben und daher vollkommener Bullshit.

    Die Menschheit läuft mit offenen Augen auf den Abgrund zu und sieht es nicht.

    • Die Natur / Umwelt ist in einem durch uns so negativ beeinflusst das es für uns Menschen immer schwieriger werden wird auf der Erde zu überleben.
    • Ob wohl die Zivilisation und die Technologie so weit fortgeschritten ist, das es allen Menschen auf der Welt gleich gut gehen könnte, schaffen wir es nicht die Systeme dafür zu erschaffen.
    • Die Menschen beuten weiterhin die Natur, die Tiere und die eigene Spezies aus.
    • Das einzig was den jeweiligen Menschen wirklich interessiert ist er selbst.

    Und wenn es Moment in meinem Leben gab, wo ich Hoffnung gesehen habe so sind diese schnell verschwunden. In den letzten Tagen ist die Hoffnung so gar noch weiter geschrumpft.

    Geschichte 1: In dem sozialen Netzwerk meiner Wahl debattieren zwei Personen die im Allgemeinen auf mich einen eher übersozialen Eindruck gemacht hatten, darüber ob man Spotify nutzen sollte oder lieber nicht. Meine Erwartung war das man jetzt aufführen würde das die Künstler bei Spotify zu wenig verdienen würde. Überraschenderweise wurde aber sofort von beiden erwähnt das Spotify ja viel zu teuer wäre und das man die Musik ja auch kostenlos (also illegal) bekommt und es eigentlich eher darum geht, wo man den meisten Cloud-Speicher am günstigsten bekommt, damit man die MP3s aus überall hören kann. Fazit: Solidarität hört bei der eigenen Geldbörse auf.

    Geschichte 2: Im Podcast „Der Weisheit“ haben Markus Richter und Frau Kirsche versucht herauszufinden, wie es mit der Welt weitergehen könnte, wenn es keinen Kapitalismus geben würde. Herr Richter hat dabei jedes System mit einfachsten Mitteln torpediert und immer sehr anschaulich dargestellt das es immer Menschen geben wird, die das System für den eigenen Vorteil missbrauchen wird.

    Daher, stelle ich die Frage:

    Ist die Menschheit noch zu retten?

    Ja, aber nur wenn wir folgende Bedingungen herbeiführen:

    1. Reduzierung der Gesamtbevölkerung um ein vielfaches.
    2. Abschaffung von Eigentum, Grenzen und jeglichen Machtkonstrukten.
    3. Gleichzeitiger technologische Weiterentwicklung um den wenigen Menschen den Komfort bieten zu können, den Sie haben möchte, um Glücklich zu sein.

    Oder anders: Es muss so wenig Menschen geben und so viel Technik das jeder alles bekommen kann und es kein Leid gibt. Dann können einzelne auch mehr für sich haben, weil sie zum Beispiel Dinge erforschen oder für eine gewisse Ordnung oder Struktur innerhalb einer Gruppe sorgen. Gleichzeitig hätte die Gruppe in sich keinen Anreiz jemanden mehr zu geben als notwendig, weil der persönliche Vorteil nicht gegeben ist. Die Mechaniken der Gruppe müssen eine Vormachtstellung eines Individuums als verhindern.

    Aber wir erreichen wir das?

    Mit Krieg? Nein im Krieg geht vieles kaputt und verloren.

    Mit politischem Willen? Niemals. Politiker würden niemals etwas erschaffen das Ihre eigene Zunft entbehrlich macht. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus dem Selbsterhalt heraus.

    Naturkatastrophen? Schon ne gute Sache. Das kann keiner beeinflussen und niemand wäre schuld. Aber auch hier besteht Gefahr das wichtig Dinge zerstört werden und Technologie verloren gehen.

    Eine Krankheit? Eine Pandemie könnte eine Lösung sein. Natur, Umwelt und Kulturgüter bleiben unbelastet. Die Menschen sterben und die hoffentlich schlauen überleben.

    Ein Schelm der böses denkt …