Halbweise – der Podcast

Themen gibt es wie Sand am Meer – wir picken uns jede Woche welche heraus. Am Ende der Reise wissen wir, wer wir wirklich sind: aufgeschlossene, moderne Freigeister, ewig Junggebliebene oder doch nur grantige alte Männer? Oder vielleicht irgendwas dazwischen? Auf jeden Fall immer: Halbweise!

Schlagwort: Trump

  • Wahl-Debakel in der USA

    Was für ein schweres Thema. Ich finde es schon schwierig mir über Wahlen in Deutschland einen klaren Gedanken zu machen. Denn das was ich möchte und das was vielleicht für alle Gut ist und das was alle anderen Wollen sind in der Regel leider drei verschiedene Dinge. Und das ist dann vermutlich auch der Grund für meine fortwährende Enttäuschung.

    Die anstehende Präsidentschaftswahl wird deswegen ein Debakel, weil es am Ende keine Gewinner gibt. Der eine ein Hardliner der viele US-Amerikaner durch seine Gesetzgebung (Three-Strike) lebenslang in das Gefängnis gebracht hat. Der andere ein dummer unverbesserlicher Populist. Ob einer von beiden also am Ende gut für die USA ist oder für den Rest der Welt? Wer weiß das schon?

    Würde man sich wünschen, das es ein dritte, frische und junge Alternative gibt. Und die gibt es. Die Libertarian Party wurde 1971 gegründet und ist wirtschaftsfreundlich und will wenig Regularien durch den Staat. Eigentlich gute Voraussetzungen für die USA, oder?

    Bei der letzten Präsidentschaftswahl vereinte diese Partei knapp 3 % der Stimmen auf Ihren Kandidaten. Damals aber noch nicht in allen Bundesstaaten vertreten. Dieses Jahr aber über all mit am Start. 5 % sollten also wohl drin sein, mehr dann auch nicht. Wäre aber trotzdem toll. Denn auf lange Sicht könnte sich so ein neuer Spieler im Politik-Game etablieren. Frischer Wind ist immer eine gute Sache.

    Zurück zu den beiden großen alten Männern. Mr T oder Mr B?

    Ich tippe auf Mr B. Denn Trump hat seine Wahl durch Populismus und Manipulation gewonnen und hat wenig von dem gehalten, was er versprach. Und vor allem geht es dem Land nicht besser als vor 4 Jahren. Warum sollten also die wechselwilligen Wähler wieder auf die leeren Phrasen von Trump setzen?

    Und es wäre ein Zeichen. Ein Zeichen, das man Populismus besiegen kann und die westliche Welt doch mehr kann als sich auf seinen Nationalstolz zu berufen.

  • Wahl-Orakel für die USA

    Keiner kann wissen, wie die USA-Wahlen 2020 ausgehen werden. Aber ich versuche mal, einen Standpunkt zu haben.
    Die europäischen Journalisten scheinen sich einig, dass Donald Trump keine Chance hat, seine Amtszeit zu verlängern. Und das nicht nur schon seit Jahren sondern schon vor der letzten Wahl 2016: Da wussten schon alle vorher, dass Trump keine Chance hat gegen Mrs. Clinton.

    Und es kam ganz anders. Seit dem wird jedes Tun, jeder Tweet von Trump kritisch betrachtet. Das muss er auch abkönnen als Präsident der USA. Aber immer wieder werden Dinge gefunden, „die einfach gar nicht gehen“ und dann wird sich aufgeregt und gelästert, während die US-Amerikaner einfach ihr Leben leben und der Trump, der wird das schon machen, Amtsenthebungsverfahren hin oder her.
    Aus mittlerweile drei verschiedenen Podcast (z.B. hier) habe ich erfahren, dass die Wahltruppe von Trump keineswegs einfach da sitzt und Wahlkampagne macht. Nein, es wird ganz massiv und mit allen möglichen technischen Mitteln versucht, die Wähler durch die modernen Medien zu manipulieren. Es ist sogar ein Mitarbeiter von Facebook mit bei der Truppe, um zig tausende verschiedene „Werbebotschaften“ bei den „richtigen“ Accounts zu platzieren, um die Wahlstimme zu beeinflussen. Es werden bei Versammlungen die Seriennummern der Mobiltelefone per Funk erfasst, um durch damit zu ermittelnde Handynummern die Teilnehmer nach der Veranstaltung anzurufen und noch mal nachzuhaken. Das ist nicht nur technisch möglich, Trumps Truppe wird dabei sogar noch von Handyherstellern und Telefonprovidern unterstützt. Die Millionen Dollar fliessen schon seit langem nicht mehr nur in große Wahlplakate mit ungewissem Ausgang, hier werden gezielt Meinungen platziert. Es geht Trump (bzw. seinen Beratern) gar nicht um den rauschenden Wahlsieg sondern um die paar Prozent, die ihm schon beim letzten mal zum Erfolg gereicht haben. Aus gleichem Grund werden auch die Briefwähler so mürbe gemacht: Wieder das entscheidende Prozent verschoben.
    Das US-Volk ähnelt einer geschlagenen Ehefrau: Eigentlich ist er ganz anders und ein bisschen hat er ja auch Recht…

    Komischerweise höre ich sowas von Joe Bidens Kampagne nicht. Erfährt man es nicht, wird darüber nicht berichtet oder findet es nicht in diesem Maße statt? Ich kann mir gut vorstellen, dass das Volk sich von der Trump-Präsenz, vielleicht nur unbewusst, leiten lässt und die Stimmen für ihn ausreichen werden. Das Bild von Biden ist zu blass, um ausreichend zu wirken.

    Donald Trump wird die Wahl gewinnen.

    Holger Eckert