Halbweise – der Podcast

Themen gibt es wie Sand am Meer – wir picken uns jede Woche welche heraus. Am Ende der Reise wissen wir, wer wir wirklich sind: aufgeschlossene, moderne Freigeister, ewig Junggebliebene oder doch nur grantige alte Männer? Oder vielleicht irgendwas dazwischen? Auf jeden Fall immer: Halbweise!

Schlagwort: umwelt

  • Daniel | Leser fragen: Silvester – Feuerwerk, Ja oder Nein?

    Es kommt darauf an. Was habt ihr denn gedacht?! Die Neujahrsfeier steht wie keine andere für Müll, globale Luftverschmutzung und Geld. Letzteres wird gerade die freuen die immer gerne sagen: „Aber dafür ist anscheinend Geld da!“ Wie immer gibt es auch eine Kehrseite, denn die Neujahresfeier steht auch auch für Zusammenkunft, Tradition und Neuanfang.

    So leicht wollen wir es uns heute nicht machen. Es reicht eben nicht über alles nur zu meckern und mit dem Finger auf andere zu zeigen, im Gegenteil. Man sollte schon mit ein paar brauchbaren Argumenten aufschlagen können und, zwangsläufig, etwas Hintergrundwissen mitbringen. Nicht umsonst heißt es zurecht so schön abwertend: „Ganz schön viel Meinung für so wenig Ahnung!“ Das Wissen um die Entstehung und die Bedeutung von Silvester ist der Schlüssel zu einem besseren Verständnis, riskieren wir also zunächst einen Blick in die Vergangenheit und arbeiten uns Stück für Stück in die Gegenwart vor.

    Das wir heute Silvester feiern haben wir der Umstellung vom Julianischen auf den Gregorianischen Kalender im Jahre 1582 zu verdanken. Damals war der letzte Tag im Jahr der 24. Dezember, durch die Umstellung fällt dieser seitdem auf den 31. Dezember, dem Todestag von Papst Silvester. Die Neujahrsfeier trägt also den Namen eines Mannes der inzwischen gute 1687 Jahre tot ist. Diese Zahl lässt erste Rückschlüsse darauf zurück, wie tief dieser Brauch in unserer Kultur verankert ist, zeigt aber auch ein weiteres Mal den Einfluss der Kirche auf unseren Werdegang.

    Die Neujahrsfeier selbst beruht auf Aberglaube. Die Menschen glaubten dass sie, wenn sie mit viel Getöse und Geschrei durch die Straßen ziehen würden, sie die bösen Geister aus dem Neuen Jahr vertreiben könnten. Im 14. Jahrhundert fanden dann die ersten Feuerwerke in Europa statt. Damals waren sie natürlich den Wohlhabenden vorbehalten, als Sinnbild für Macht und Reichtum.

    Was ich bisher noch nicht wusste, die ersten Feuerwerkskörper kamen damals über Händler aus dem arabischen Raum nach Europa. Die meisten dürften wissen, dass die Chinesen die Nutzung von Schwarzpulver vorantrieben, zunächst zu militärischen Zwecken.

    Soweit die Vergangenheit, jetzt ein Blick in die Gegenwart. Im 21. Jahrhundert beherrscht der Mensch die Kunst des Feuerwerks wie kein anderer. So werden jedes Jahr etwa 2.050 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt, weshalb laut Umweltbundesamt der erste Januar auch der Tag mit der höchsten
    Feinstaubbelastung im Jahr ist.

    Im Jahr 2020 waren Feuerwerke verboten. Die Krankenhäuser und das Personal sollten, durch die coronabedingte ohnehin schon hohe Belastung, geschont werden. Berechnungen zeigten dass in diesem Jahr gute 3.500 Tonnen Plastikmüll weniger angefallen waren.

    Tierbesitzer, seien es Katzen – Hunde oder Pferde, kennen es. Nervöse oder gar panische Tiere die unter Möbeln Schutz suchen oder angebunden werden müssen, um sich selbst und andere nicht zu verletzen. Was aber ist mit den Tieren die wir gar nicht so im Blick haben, die genauso wie unsere Haustiere über einen deutlich besseren Gehör- oder Geruchssinn verfügen und dadurch deutlich stärker leiden? So kann man zum Beispiel beobachten wie Wildvögel bis zu mehreren Wochen ihr Revier verlassen. Sie fliegen deutlich höher als üblich um Lärm und Stress zu entgehen. Viele von ihnen verenden, weil sie ihre Energiereserven aufbrauchen, gegen Glasflächen prallen oder sogar Verbrennungen erleiden.

    Wer von euch erinnert sich noch an Krefeld? Zur Neujahresfeier 2019/2020 brannte im Zoo ein Affenhaus ab, 50 Tiere starben. Ein Gorilla musste erschossen werden weil er so schwere Verbrennungen erlitten hatte.

    Im Grunde könnte man „Feuerwerk“ durch jeden anderen Begriff ersetzen, die Kontroverse bliebe die gleiche. Jedes Jahr regen die einen sich über den Müll, den Lärm und den Gestank auf mit dem wir global Mensch, Tier und Natur gleichermaßen belasten. Leise belächelt von solchen, denen das alles am Hintertürchen vorbeizugehen scheint und die, aus purem Trotz wie man hört, mit Absicht die ein oder andere Batterie zusätzlich einpacken. Man will sich, verständlicherweise, ja auch nicht alles nehmen lassen. Traditionen schon gar nicht, neben einem planbaren Jahresablauf versprechen sie uns auch Bestand in einer komplizierter werdenden Zeit.

    Wenn Menschen in böser Absicht Feuerwerkskörper als Waffen gegen Unbeteiligte, feiernde Menschen oder gar gegen Ordnungskräfte und Notfallsanitäter einsetzen hört der Spaß dann endgültig auf. Dabei haben die Krankenhäuser schon genug mit den jährlichen Verunfallten zu tun.

    Man sollte also meinen dies wären ausreichend gute Gründe Feuerwerke zumindest einzuschränken. Tatsächlich könnte man glauben dass der Mensch im 21. Jahrhundert es besser wüsste. Ja, es findet inzwischen ein Umdenken statt, leider aber zu langsam. Das Problem ist, die Auswirkungen sind ähnlich wie beim Klimawandel nicht, oder nur für einen bestimmten Teil der Gesellschaft greifbar. Es gibt Betroffene und Verursacher. Für die einen ist es ein Spaß, für die anderen lebensverändernd oder zumindest ein Haufen Merharbeit und vielen anderen einfach nur egal.

    Wir haben zwar die Technik, unser Handeln und die daraus resultierenden Auswirkungen zu messen und daraus Rückschlüsse auf unsere Zukunft zu ziehen. Wir wissen um die Ressourcen, wir wissen um den Klimawandel, wir wissen um die Gesundheitsgefährdung durch Feinstaub.

    Es hapert aber an der Umsetzung. Und so werden auch dieses Jahr wieder viele Millionen Euros umgesetzt, Tausende Tonnen Feinstaub und Müll erzeugt werden, für ein Fest dass man mit etwas gutem Wille auch nachhaltiger gestalten könnte.

    Die Tradition, böse Geister mit Lärm zu vertreiben und gut in neues Jahr zu starten, ist so zumindest in Teilen selbst zu einem großem Übel geworden. Aus diesem Grund bin ich gegen private Feuerwerke, aber für ausgelassenes Feiern, verbunden mit dem Wunsch auf ein gutes neues Jahr.

  • Also was braucht es dann?

    Montag, der 17.10.2022
    Schon beim Lesen des letzten Beitrages von Alex kribbelte es mir in den Fingern. Dazu werde ich auf jeden Fall einen weiteren Beitrag schreiben! Leider bin ich momentan zeitlich sehr eingebunden, vor dem nächsten Wochenende wird das nichts (Ich will es ja auch vernünftig machen). Wenn es so weit ist, werde ich diesen Beitrag hier aktualisieren.

    Aber vielleicht schreibt Daniel vorher schon was dazu?

    Sonntag, der 23.10.2022
    Daniel hat sich bisher zurückgehalten, okay. Und ich, ich habe alles mal sacken lassen, während ich mich die Woche über mit anderen (kein Komma!) wichtigen Dingen beschäftigte. Und es sackte. Gerade las ich noch einmal Alex‘ Beitrag. Einer der Haken an seiner Argumentation: Wir alle sind Bürger, egal in welcher Position. Der schwarze Peter wird immer nur weiter gegeben, mit der Aussage „Ich kann ja nix machen“. Manchmal kommt es mir so vor:
    Politiker machen Gesetze, damit sich was ändert. Das Volk sagt: Gesetze reichen nicht, ihr müsst handeln. Die Politik sagt, alle dürfen gerne handeln, für eine bessere Zukunft. Und das Volk so: Ich muss aber auch zur Arbeit kommen und warm soll es auch sein und meine tägliche Kiwi brauche ich genau wie meinen Coffe-to-go und Internet und ich allein komme da eh nicht weiter, was ist denn mit den und denen, die haben viel Geld und die Politiker so: Wir machen Gesetze, damit sich was ändert.

    Deswegen beende ich hier meine Ausführungen und wünsche mir von ganzem Herzen, dass Alex trotz seiner ziemlich naiven Vorstellungen („die Schritte“) seine Forderungen durchsetzen kann. Wenns hilft: Ich wäre dabei. Und ich würde auch die Folgen* ertragen.

    ***

    Hier unten zeige ich meine Notizen, welche ich machte, während ich den Beitrag von Alex das erste Mal las. Bitte beachtet beim Lesen, dass das nur ungefilterte Sätze für meine eigene Erinnerung sein sollten, wenn ich denn auf den Beitrag antworte und einen „richtigen“ Text ausarbeite. Ich habe sie heute weitestgehend nicht verwendet. Diese Notizen sind eigentlich nicht dafür gedacht, dass die Öffentlichkeit sie wahrnimmt. Heute mache ich mal eine Ausnahme:

    Ziemlich hart, für eine philosophische Herleitung Belege zu verlangen… immerhin ist meine Annahme bestätigt, das ich das Fazit der Überlegungen nicht noch gesondert verkünden muss; es ergibt sich.

    Warum darf man nie die frühere Bedeutung der Griechen und Römer vergessen?

    Also was braucht es dann?
    Geld muss aus der fokussierten Wahrnehmung verschwinden, oberstes Thema sollte stets der aktuelle Gesundheitsstand der Erde sein, um das sich alles dreht.

    Wo ist der Plan? Wo ist die Idee?

    Finanzmärkte kann man nicht einfach abschaffen, sie sind ein Teil vom Ganzen. Wer Soll- oder gar Vollkaufmann ist oder war und gelernt hat, mit Geldern, Gewinnen, Gläubigern, Schecks und Schulden zu hantieren, der kann gar nicht anders, als auch mit Geld zu handeln. Da werden auch mal Wechsel verkauft oder Anteile von irgendwas. Außerdem ist das Darlehen für das Eigenheim auch ein Teil des Finanzmarktes. Ohne Darlehen kann sich die Mittelschicht kein Haus mehr kaufen…
    Interessante Annahme ist ja, dass mehr Geld da sei, wenn es nicht am Finanzmarkt gehandelt würde. Wo ist hier der Beleg?

    Schritt 3 ist ja niedlich. Und die Kunden fahren dann den Öffnungszeiten hinterher? Und aber wo ein Lidl geschlossen hat, da hat dann ein Aldi auf und dann passt das wieder? Nee, dieser Schritt hat mit der Realität nix zu tun. Dann kann man besser gleich staatliche Verkaufshallen einführen, dann sind die Warenwege (bis dort hin) noch idealer.

    Schritt 5? Spätestens wenn ich mal reich bin, werde ich nicht einsehen, warum ich mein schönes Geld irgend einem geben soll, der faul rumsitzt und nur darauf wartet, Geld geschenkt zu bekommen.

    Was spricht denn jetzt auf einmal gegen Luxusgüter? Das ist doch der beste Weg, um jetzt schon den Reichen das Geld aus der Tasche zu ziehen, ohne regulierende Gesetze. Also: Kauft, kauft mehr!Besonders die Güter mit den Mondpreisen, denn das ganze Geld kriegt dann jemand, der seine Lieferanten bezahlt, seine Angestellten, seine Fixkosten, seinen Bäcker, seinen Poolboy…(usw)

    Ich zeige euch mal Pläne, Ideen und Visionen:
    Kein Konzern, keine Firma darf sich am Gewinn messen, sondern lediglich daran, was es für die Erde tut.

    Keine Autobahnen mehr!
    Kein Baum darf mehr gefällt werden!

    GELEBTE Nachhaltigkeit, nicht gelaberte!

    ***

    Aber insbesondere auf den letzten Abschnitt mit meinen Ideen werde ich irgendwann noch mal zurück kommen, das ist in meinem Kopf schon weiter ausgearbeitet und verargumentiert…

    …sagt Holger.

    *Komplexe Folgen, die sich ergeben, wenn seine Schritte wahrhaftig umgesetzt würden. Und: nein, es ist müßig, dieses auszuarbeiten.

  • Ist die Menschheit noch zu retten?

    Das Jahr 2020 ist bald vorbei. Viele sagen und hoffen das dann im neuen Jahr alles wieder ein wenig besser wird. Das ist natürlich eine Form von Aberglauben und daher vollkommener Bullshit.

    Die Menschheit läuft mit offenen Augen auf den Abgrund zu und sieht es nicht.

    • Die Natur / Umwelt ist in einem durch uns so negativ beeinflusst das es für uns Menschen immer schwieriger werden wird auf der Erde zu überleben.
    • Ob wohl die Zivilisation und die Technologie so weit fortgeschritten ist, das es allen Menschen auf der Welt gleich gut gehen könnte, schaffen wir es nicht die Systeme dafür zu erschaffen.
    • Die Menschen beuten weiterhin die Natur, die Tiere und die eigene Spezies aus.
    • Das einzig was den jeweiligen Menschen wirklich interessiert ist er selbst.

    Und wenn es Moment in meinem Leben gab, wo ich Hoffnung gesehen habe so sind diese schnell verschwunden. In den letzten Tagen ist die Hoffnung so gar noch weiter geschrumpft.

    Geschichte 1: In dem sozialen Netzwerk meiner Wahl debattieren zwei Personen die im Allgemeinen auf mich einen eher übersozialen Eindruck gemacht hatten, darüber ob man Spotify nutzen sollte oder lieber nicht. Meine Erwartung war das man jetzt aufführen würde das die Künstler bei Spotify zu wenig verdienen würde. Überraschenderweise wurde aber sofort von beiden erwähnt das Spotify ja viel zu teuer wäre und das man die Musik ja auch kostenlos (also illegal) bekommt und es eigentlich eher darum geht, wo man den meisten Cloud-Speicher am günstigsten bekommt, damit man die MP3s aus überall hören kann. Fazit: Solidarität hört bei der eigenen Geldbörse auf.

    Geschichte 2: Im Podcast „Der Weisheit“ haben Markus Richter und Frau Kirsche versucht herauszufinden, wie es mit der Welt weitergehen könnte, wenn es keinen Kapitalismus geben würde. Herr Richter hat dabei jedes System mit einfachsten Mitteln torpediert und immer sehr anschaulich dargestellt das es immer Menschen geben wird, die das System für den eigenen Vorteil missbrauchen wird.

    Daher, stelle ich die Frage:

    Ist die Menschheit noch zu retten?

    Ja, aber nur wenn wir folgende Bedingungen herbeiführen:

    1. Reduzierung der Gesamtbevölkerung um ein vielfaches.
    2. Abschaffung von Eigentum, Grenzen und jeglichen Machtkonstrukten.
    3. Gleichzeitiger technologische Weiterentwicklung um den wenigen Menschen den Komfort bieten zu können, den Sie haben möchte, um Glücklich zu sein.

    Oder anders: Es muss so wenig Menschen geben und so viel Technik das jeder alles bekommen kann und es kein Leid gibt. Dann können einzelne auch mehr für sich haben, weil sie zum Beispiel Dinge erforschen oder für eine gewisse Ordnung oder Struktur innerhalb einer Gruppe sorgen. Gleichzeitig hätte die Gruppe in sich keinen Anreiz jemanden mehr zu geben als notwendig, weil der persönliche Vorteil nicht gegeben ist. Die Mechaniken der Gruppe müssen eine Vormachtstellung eines Individuums als verhindern.

    Aber wir erreichen wir das?

    Mit Krieg? Nein im Krieg geht vieles kaputt und verloren.

    Mit politischem Willen? Niemals. Politiker würden niemals etwas erschaffen das Ihre eigene Zunft entbehrlich macht. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus dem Selbsterhalt heraus.

    Naturkatastrophen? Schon ne gute Sache. Das kann keiner beeinflussen und niemand wäre schuld. Aber auch hier besteht Gefahr das wichtig Dinge zerstört werden und Technologie verloren gehen.

    Eine Krankheit? Eine Pandemie könnte eine Lösung sein. Natur, Umwelt und Kulturgüter bleiben unbelastet. Die Menschen sterben und die hoffentlich schlauen überleben.

    Ein Schelm der böses denkt …